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Stolz auf Zaunbau

Rembrandt on 1.7.2015

Menschen, die auf einem Geburtstag erzählen, dass sie bei Mercedes oder Heineken arbeiten, hört man respektvoll zu. Wer hingegen erzählt, dass er “etwas mit Zäunen” zu tun hat, sieht oft nur hochgezogenen Augenbrauen und muss sich dann oft rechtfertigen. Viele Menschen können sich einfach nicht vorstellen, dass es auch interessant und spannend sein kann, sich mit Zäunen zu beschäftigen.  

Branchenfremde haben überhaupt keine Vorstellung, was alles dazu gehört. Die Zaunbranche ist natürlich eine überschaubare Welt, und daher haben viele Menschen hierüber noch nichts oder nur wenig gehört. Zudem gibt es keinen offiziellen Ausbildungsberuf zum Zaunbauer. Somit steht für Viele der Zaunbauer direkt auf dem gleichen Niveau wie der Müllmann.

Die Vorstellung, dass die Montage, Planung, Produktion und der Verkauf von Zäunen eigentlich keinen so großen Unterschied zu einem anderen Job in der Montage, Planung, Produktion oder im Verkauf, ist nur schwer verständlich. 

Das ist auch mit Sicherheit ein Punkt, warum man selbst auch schon dazu tendiert, seinen Beruf oder sein Produkt als nicht wertvoll anzusehen. Wie oft hören wir “es ist doch nur ein Zaun” oder “ich bin doch nur ein einfacher Zaunbauer”?

Wir können eigentlich alle wesentlich stolzer auf unsere Produkte sein. Nicht nur auf die Schmuckzäune voller Ornamente, die Villen oder Botschaften umgeben, sondern auch auf die Wildschutzzäune, die Autofahrer vor kreuzenden Tiere beschützen, auf die Maschendrahtzäune, durch die die Ponys im Tierpark bleiben und auf die Stahlmattenzäune, die Unternehmen vor Dieben sichern. 

Auch auf den Beruf Zaunbauer können wir sicher stolzer sein. Man muss sicherlich kein Wissenschaftler sein, um einen Zaun zu montieren, aber das heißt noch lange nicht, dass es einfach ist - auch wenn es manchmal so scheint. Wer einen Zaun schnell, stabil und schön gerade montieren kann, der hat jedes Recht, darauf absolut stolz zu sein. 

Und auch die Verkäufer von Zäunen verdienen mehr Respekt als ihnen oft zugestanden wird. Auf Festen sind sie oft diejenigen, die nicht bei einem Konzern gelandet sind, sondern “irgendwas mit Zäunen machen”. Im Betrieb werden sie als Sesselpupser abgestempelt, die eh nicht aus der Praxis kommen und somit auch keine Ahnung von Zäunen haben. Obschon es doch sehr viel schwieriger ist, einen Zaun an den Mann zu bringen als ein Heineken Bier oder die neue C-Klasse. 

Wenn jeder in der Branche anfängt, ein wenig stolzer auf das zu sein, was er tut, stolzer auf die Zäune, die er verkauft, produziert oder montiert, dann ist das gut für die gesamte Branche. Es steigert unsere Euphorie für unsere Produkte. Und ein Produkt, auf das jemand stolz ist, hat direkt einen höheren Wert. Und jemand, der enthusiastisch ist, kann auch anderen Menschen diesen Wert schneller deutlich machen.

Wer noch Probleme hat, mit anderen Augen auf sein Produkt zu schauen, kann sich ein Beispiel an Steve Jobs nehmen. Wenn er über seinen ersten iPod gesagt hätte, dass es “nur ein einfacher mp3-Spieler” ist, hätte Apple bestimmt heute nicht 194 Milliarden Dollar Guthaben bei der Bank.

 

 

 

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