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Zaunbausprache

Rembrandt on 8.6.2016

Zaunbauprodukte haben manchmal schon ganz spezielle Namen. Zum Beispiel der Spanndrahthalter. Fast niemand gebraucht den offiziellen Begriff. Deutsche nennen es eine Bethke-Klammer, nach dem Namen der Fabrik, die vor allem Teile für die Möbelindustrie fertigt, aber zufälligerweise auch diese Spanndrahthalter. Im niederländischen Zaunbaumarkt heißen dieselben Teile Heineken-Dübel. Anscheinend hatte jemand nach dem Genuss einer Flasche Heineken die Erleuchtung, Möbeldübel als Spanndrahthalter zu gebrauchen. Aber das ist nur eine Unterstellung, sollte jemand wissen, wie das genau war: lassen Sie es uns wissen.

Und dann gibt es den Pfosten mit Abdeckleiste. Die Unternehmen, die ihn aktuell produzieren, nennen ihn meistens ganz simpel Pfosten mit Abdeckleiste. Oder Pfosten Typ 1, weil es sich hierbei um den meist verkauften Pfosten handelt. Aber viele in der Branche nutzen auch immer noch den Namen RG-Pfosten. In Deutschland und in den Niederlanden. Woher kommt dieser Name? RG scheint uns nicht etwas Willkürliches zu sein, was man sich einfach so ausdenkt. Es hört sich danach an, dass die Buchstaben für etwas Bestimmtes stehen, allerdings ist die Abkürzung nie ausgeschrieben zu finden. Auch hier sind wir sehr dankbar, wenn jemand den Hintergrund kennt. 

Es gibt noch jede Menge mehr von diesen besonderen Begriffen und Namen in unserer Branche. Gefängnismatten zum Beispiel. Engländer sprechen meistens von 358 Mesh, weil es sich um Matten mit einer Maschenweite von 3 mal 0,5 Zoll handelt, mit einer Drahtstärke von 8 Gauge. Aber den Begriff Prison-Mesh gibt es auch. Auf dem Festland Europas nutzt niemand diese Begriffe. Fast jeder spricht von Securifor, nach dem Produktnamen von Betafence, das Unternehmen, das diese Matten als erstes auf dem europäischen Markt verkauft hat.

Und um noch kurz bei Betafence zu bleiben: diesem Unternehmen haben wir auch den Begriff 3D-Matten zu verdanken. Als die Stahlmatten im Kommen waren, war Betafence (damals noch Bekaert) schon in Frankreich und Deutschland aktiv und benötigte somit einen Universalnamen für eben die französischen als auch die deutschen Stahlmatten. Das wurden dann Nylofor 2D und 3D. Niemand (außer Betafence) nutzt weiter den Begriff, aber der Name 3D ist der allgemeine Standard für profilierte Einzelstabmatten.  

Daneben gibt es auch noch recht lustige Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Ein Pfosten, an dem kein Befestigungsmaterial angebracht ist, in den keine Löcher gebohrt oder gestanzt wurden, heißt in Deutschland ein glatter Pfosten, in den Niederlanden ein kahler Pfosten und in Vlandern ein nackter Pfosten. Obschon sich an dem Pfosten selbst nichts ändert, wenn er über die Grenze geht. Aber hier weichen wir vermutlich nicht weit von anderen Branchen ab. 

Auch die Monteure haben oft sehr eigene, für Außenstehende nicht zu verstehende Begriffe, um sich untereinander zu verständigen. Diese differieren je nachdem welches Land, welcher Zauntyp und manchmal auch welche Region. Ein Kunde denkt, dass er es mit blutigen Anfängern zu tun hat, wenn er die Monteure beim Zaunbauen zuhört. Aber trotzdem sind es für gut aufeinander eingespielte Montageteams ganz klare Begriffe, die zu einem kerzengeraden Zaun führen. Vielleicht machen wir noch einmal zu diesen unterschiedlichen Montagebegriffen eine kleine Studie.

Leser, die noch mehr Begriffe und Namen aus unserer Branche kenne, würden uns mit einem E-Mail darüber an hallo(at)fobs(dot)eu eine sehr große Freude machen.

 

 

 

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